Das Literarische Viertel

am Freitag, dem 16. September 2011

Den Herbst-Abend des Literarischen Viertels eröffnete Bärbel Beckmann.

Im Mai 2005 hatte uns Bärbel den Roman „Das verborgene Wort“ von Ulla Hahn vorgestellt. Hatte uns Hilla Palm mit viel Herzblut und kölschen Tönen näher gebracht. Das erste Buch erzählte die Kindheit und Jugend von Hilla Palm, die im katholisch geprägten Rheinland nach dem Krieg in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Jetzt folgte die Fortsetzung, der Roman „Aufbruch“ von Ulla Hahn.

Hilla Palm, dem geisttötenden Büro der Pappenfabrik und dem Alkoholismus entkommen, lebt beim Besuch des Aufbaugymnasiums auf. Sie genießt es, endlich wieder geistige Nahrung zu bekommen. Auch die Beziehung zu ihrer Familie wird besser. Die sechziger Jahre sind angebrochen, Hilla ist unter Gleichgesinnten.

Ein wunderbaren Entwicklungsroman, von dem wir uns noch eine Fortsetzung erhoffen!

Bettina Presse und Günter Krieger

Den Publikumsbeitrag gestalteten Sonia und Rolf Gehlen.

Sie stellten uns gleich zwei Bücher der dänischen Schriftstellerin Karen Blixen vor. Das Pseudonym von Karen Blixen auf dem deutschen Buchmarkt ist Tania Blixen. Die Schriftstellerin war 17 Jahre lang eine Kaffeefarmerin in Kenia und ist uns durch den Film „Jenseits von Afrika“ bekannt.

Sonia und Rolf Gehlen eröffneten mit „Die unsterbliche Geschichte“, eine wunderbar zarte Erzählung mit viel Gefühl. Der reiche Teehändler Herr Clay - ein eisenharter Mann und ein Geizhals - mag keine erfundenen Geschichten. Als er "Die unsterbliche Geschichte" hört, die sich Seeleute auf den Schiffen erzählen, beschließt er, dass diese Geschichte Wirklichkeit werden muss.

Beim zweiten Buch, das und die Beiden vorstellten „Babettes Fest“ wird ein kurzer Abschnitt aus dem Leben des französischen Dienstmädchens Babette beschrieben. Auf weniger als 100 Seiten versteht es Tania Blixen den Leser zu faszinieren. Alles dreht sich um ein einmaliges Festessen, wie der Titel bereits bekannt gibt: Babettes Fest.

Das Dienstmädchen Babette entwickelt sich von einer grauen Maus zu einer Königin der Sinne. Je näher das Fest rückt, desto deutlicher entwickelt sich das Leuchten der Geschichte. Ein sehr kurzes, aber außergewöhnliches Buch, das treffend im gleichnamigen Film umgesetzt wurde.

Dann die letzte Buchvorstellung des September-Abends. Edgar Beckmann las aus der Biographie „John Lennon“ von Philip Norman vor.

Der Autor Philip Norman begann in den siebziger Jahren als Journalist bei der "Sunday Times". Mit seinen Kolumnen über Stars des Kulturlebens wurde er schnell berühmt. Er erzählt in dieser Biographie, wie es gewesen sein könnte und wie sein Bild zustande kommt. Er stellt aufgrund seiner Recherchen Thesen auf, was und wer dem Leben von John Lennon in einzelnen Lebensabschnitten eine Richtung gab und sein Schaffen beeinflusste. Auf mehr als 1000 Seiten zeichnet er ein wunderbares, irritierendes und umfassendes Bild von John Lennon.

Und diesen Eindruck der Biographie hat uns Edgar auch mit seiner Leseprobe, Bildern und mit Musik vermittelt.

Wolfgang Theiler